für die Menschen in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und die Nachbarn an Rhein, Ahr und Erft

Politik & Verwaltung

Wer über Ausgaben für Kultur spricht, muss auch über Einnahmen reden. Da ist der Blick über den Tellerrand z. B. Richtung Salzburg hilfreich. 

Wer über die Ausgaben für die Kultur spricht, muss auch über die Erhöhung der Einnahmen reden. Und da ist der Blick über den Tellerrand z. B. Richtung Salzburg hilfreich. 

Bonns Rheingold, das geborgen werden will, heißt Beethoven: künstlerisch, pekuniär und als Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt und ein internationales Publikum. Dies zu erreichen, dazu bedarf es eines Beethoven Festes mit Konzerten, zwei Opern- und Schauspielpremieren mit internationalen Gästen und der thematischen Einbindung des Beethoven Haus’, der Bonner Museen, des Haus’ der Geschichte, der Uni, des UKB  … 

Es muss ein Programm angeboten werden, das es nur in Bonn zu erleben gibt. 

Und es muss eine Festival-Atmosphäre in der Stadt inszeniert werden. 

Dies soll, dies muss Ziel sein für Bonn als Beethoven Stadt.

Beispiel Salzburger Festspiele

Gegründet 22.August 1920 von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauß

Anspruch:

Außergewöhnliche künstlerische Ereignisse auf höchstem Niveau mit

internationalen Stars: Dirigenten, Sängerinnen, Schauspielern, Regisseuren, Bühnenbildnern

und Kostümbildnerinnen

Budget: ca. 50 Mio. Euro

In 6 Wochen ca. 200 Vorstellungen in 15 Spielstätten:

Oper, Konzert, Schauspiel, Jedermann

Gäste:

Salzburg 250.000 zahlende Gäste (ohne Ehren- und Pressekarten)

plus ca. 50.000 Open Air Übertragung von Siemens gesponsert

im Vergleich:

  • Beethoven Fest Bonn: 25.000 – 30.000 Gäste, vermutlich mit Frei-,

Presse- und Gebührenkarten

  • Bachfest Leipzig 75.000 Gäste in 10 Tagen
  • Bayreuther Festspiele ca. 56.000 Gäste bei 98 % Auslastung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • 250 ganzjährlich
  • Totale Beschäftigung: in Salzburg 2.600
  • in Österreich ca. 3.000

Festspiele erwirtschaften jährlich:

  • € 200 Mio. für Stadt und Land,
  • € 250 Mio. für Österreich

Finanzierung

  • 70 bis 75% vom Budget durch Kartenverkauf, Sponsoren, Übertragungsrechte
  • Von verbleibenden 30 bis 25% übernimmt
    • der Bund 40%,
    • Stadt, Land und Tourismusfonds je 20%

Es profitieren:

  • 180 Hotels
  • 800 gastronomische Betrieb

Publikum

  • 250.000 aus 80 Ländern, davon 40 außereuropäisch
  • Gäste bleiben durchschnittlich 5-6 Tage
  • Die Hälfte der Übernachtungen in 4-5 Sterne Hotels,
  • Tagesausgaben/Gast € 400
  • Tickets € 500
  • Fast dreiviertel der Gäste kommen bereits zum 6.Mal
  • 4 von 10 Besuchern kommen 20mal und öfter

Motto:

Beethoven und Schiller „Alle Menschen werden Brüder“

Welches Motto, welche Musik könnte zeitgemäßer sein?

Ein großes Narrativ aus Bonn für Bonn,

für Deutschland, für Europa und die Menschheit

KEIN RÜCKZUG DER KULTUR – SONDERN EIN MUTIGER AUFBRUCH FÜR UNSERE WUNDERSCHÖNE BEETHOVENSTADT BONN – GERADE JETZT!

KEIN RÜCKZUG DER KULTUR – SONDERN EIN MUTIGER AUFBRUCH FÜR UNSERE
WUNDERSCHÖNE BEETHOVENSTADT BONN – GERADE JETZT!

Angesichts der kulturpolitischen Diskussion, die in Bonn derzeit stattfindet, und der
unbestreitbar notwendigen Sparmaßnahmen braucht es jetzt mehr denn je faire, transparente
und gemeinsam getragene Lösungen – mutig im Denken, kreativ im Handeln und kooperativ im
Miteinander. Nur so entstehen Glaubwürdigkeit und die Kraft unserer Bonner Bürgerinnen und
Bürger, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Bonn ist ein außergewöhnlicher Kulturstandort mit einem weltweiten Alleinstellungsmerkmal,
um das uns viele Städte beneiden: Beethoven! Das musikalische Erbe Ludwig van Beethovens
verleiht unserer Stadt internationale Strahlkraft und kulturelle Identität. Doch Beethoven darf
nicht bloße historische Kulisse bleiben. Dieses Juwel muss gerade jetzt noch mutiger, lebendiger
und gemeinschaftlicher gedacht werden – durch die enge Verbindung von Musik, Theater,
Museen, Musikschule, freier Szene und Popkultur sowie durch großartige Formate wie den
KUNST!RASEN. Die Marke Beethoven ist kein Denkmal der Vergangenheit, sondern ein
kultureller Schatz und ein immerwährender, klarer Zukunftsauftrag für unser Bonn!
Hinzu kommen die einzigartige Lage unserer Stadt am Rhein, am Siebengebirge sowie die
besondere Verbindung von Kultur, Geschichte und Natur, die Bonn unverwechselbar machen.
Der Kulturstandort Bonn darf deshalb nicht geschwächt oder kleingedacht werden – er muss
noch stärker belebt, sichtbarer gemacht und international selbstbewusst in Szene gesetzt
werden! Kultur kann und muss auch ein Wirtschaftsfaktor sein.

Zugleich ist Bonn weit mehr als eine Kulturstadt: Bonn ist ein zentraler Ort deutscher
Demokratiegeschichte. Als ehemalige Bundeshauptstadt wurde hier Demokratie gestaltet,
gelebt und gefestigt. Bonn steht bis heute für Dialog, internationale Zusammenarbeit und
demokratische Verantwortung. Diese politische und historische Bedeutung prägt unsere Stadt
ebenso wie ihre kulturelle Vielfalt und Offenheit.

Gerade diese einzigartige Verbindung aus Kultur, Demokratie, Geschichte und Lebensqualität
macht Bonn absolut einzigartig! Deshalb dürfen wir unsere kulturelle Orte niemals nur als
Kostenfaktor betrachten. Sie sind öffentliche Räume für Bildung, Begegnung, gesellschaftlichen
Austausch und demokratischen Diskurs. Sie stiften Identität, schaffen Zusammenhalt und
verleihen Bonn seine Seele!

Das Schauspielhaus in Bad Godesberg ist dafür ein herausragendes Beispiel. Seit über sieben
Jahrzehnten ist es weit mehr als ein Theater: Kulturort, Bildungsraum, sozialer Treffpunkt und
demokratischer Erfahrungsraum – mitten im Herzen eines Stadtbezirks. Genau dort muss Kultur
stattfinden: sichtbar, erreichbar und lebendig in den Zentren unserer Stadtteile, nah an den
Menschen und offen für alle Generationen. Das Schauspielhaus stärkt zudem Gastronomie,
Einzelhandel und Hotellerie im Stadtbezirk und ist damit ein bedeutender wirtschaftlicher
Standortfaktor. Sein Verlust wäre nicht nur ein kultureller Einschnitt, sondern ein schwerer
Schlag für die Entwicklung des gesamten Stadtbezirks und letztlich für Bonn insgesamt.
Gleiches gilt für die Oper in der Bonner Innenstadt – als einzigartiger, identitätsstiftender
Kulturstandort in atemberaubender, exklusiver Lage direkt am Rhein.

Kurzum: Bonn braucht eine starke dezentrale Kulturstruktur, die wir feiern! Eine Zentralisierung
kultureller Infrastruktur schwächt unsere Stadtbezirke, erschwert gesellschaftliche Teilhabe und
gefährdet enorm die urbane Vielfalt unserer Kulturlandschaft. Kultur muss polyzentrisch
gedacht werden: als lebendige Erfahrungsräume in allen Stadtteilen – nicht als exklusive Inseln
mit langen Wegen oder in einer abgeschiedenen, unattraktiver Umgebung.
GERADE JETZT!

In schwierigen Zeiten entscheidet sich, welche Werte eine Stadt wirklich trägt! Kultur ist keine
Nebensache und kein Luxus, sondern ein entscheidender Teil der kommunalen
Daseinsvorsorge. Sie schafft Bildung, Integration, Teilhabe und demokratische Räume. Wer
Kultur ausschließlich fiskalisch bewertet, verkennt absolut ihren gesellschaftlichen Auftrag und
ihren unschätzbaren Wert für das Miteinander.

Deshalb braucht es GERADE JETZT keine Rückzugsdebatten und kein bloßes Verwalten des
Mangels, sondern Mut, Leidenschaft und echte Zukunftsentscheidungen für unsere kulturellen
Orte in allen Stadtteilen Bonns! Wenn bestehende Modelle an ihre Grenzen stoßen, müssen wir
bereit sein, neue Wege zu gehen – mit flexiblen Nutzungskonzepten, starken Kooperationen
zwischen Kultur, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft sowie innovativen Formen kultureller
Nutzung und Finanzierung.

Die kulturpolitische Zukunft Bonns entscheidet sich jetzt daran, ob wir den Mut haben, kulturelle
Orte in den Herzen unserer Stadtbezirke nicht nur zu renovieren, sondern sie kraftvoll
weiterzuentwickeln, zu öffnen und kreativ zu stärken!

Anna Sophia Baumgart

Theaterregisseurin, Stadtverordnete, Vorsitzende des Rüngsdorfer KulturBad e.V. und

künstlerische Leitung des KulturFestival Bad Godesberg

Das Netzwerk Ludwig van B. e.V. hat einen Kommentar zu der Konzeptstudie zu den Theaterliegenschaften der Stadt Bonn vom März 2026 verfasst.

Das Netzwerk Ludwig van B. e.V. hat einen Kommentar zu der „Konzeptstudie zu baulichen Varianten der Theaterliegenschaften“ der Stadt Bonn vom März 2026 verfasst:

Nicht berücksichtigte Argumente zu den Varianten A – E ZBB

Zum Standort der Oper
Zum Standort Werkstätten Beuel
Zum Standort Schauspiel Bad Godesberg

  1. Die Risiken einer Sanierung der bisherigen Oper müssen explizit und gründlich ermittelt werden. Falls die
    Nicht-Sanierbarkeit (in Bezug auf Zeit und Kosten) zutrifft, scheidet die Variante A (Erhalt der Oper) aus.
  2. Die Sichtbarkeit einer Oper für die Beethovenstadt Bonn ist von solch großer Tragweite,
    in ihrer städtebaulichen Bedeutung, ihrer nachhaltigen Langzeitwirkung und im Hinblick auf die
    überregional sichtbare Standort-Attraktivität für Wirtschaft, UN, Bundespolitik und Universität,
    dass sie nicht zuvörderst nach Kassenlage entschieden werden kann.
  3. Die Stadt verspricht: Für die Nachnutzung des dann freiwerdenden Grundstücks der Oper … eröffnet sich
    für Bonn die Perspektive an dieser Stelle sowohl eine Öffnung zum Rheinufer als auch eine neue
    hochwertige städtebauliche Komponente zu entwickeln.“
    Um zu verhindern, dass hier eine gefährliche Brennpunkt-Brache entsteht, müsste das im gleichen
    dringlichen Zeitfenster entschieden werden.
    Ganz abgesehen davon, dass es bisher keine Idee für eine „hochwertige städtebauliche Lösung“ gibt,
    dürfte diese einen zusätzlichen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen.
  4. Das Unsichtbar-Machen der Fertigbau-Oper hinter Backstein-Kulissen in einer Hinterhof-Situation ist ein
    Schritt zum Bedeutungsverlust für die Stadt. – Ein ohnehin schon unsichtbares Haus kann leichter (nach
    Kassenlage) dicht gemacht werden.
  5. Die Kosten der massiven notwendigen Infrastruktur-Veränderungen in Beuel (verkehrliche Erreichbarkeit
    und Standort-Attraktivität) sind in der bisherigen Kalkulation nicht einbezogen.
  6. Sobald Oper, Schauspiel, Pantheon (und vielleicht auch noch die Bühnen „Werkstatt“ und „Lampenlager“)
    am gleichen Abend spielen, was nicht zu verhindern sein wird, führen An- und Abfahrt von +/- 2000
    Besuchern zu heillosen Staus. Das vorgesehene Parkhaus (als einzige verbleibende Parkfläche) bietet für
    max. 200 PKWs Platz. Zudem ist dem Pantheon die PKW-Stellfläche vertraglich zugesagt.
  7. Für die Feuerwehrstation auf dem Gelände muss deshalb ein anderer Standort gefunden werden.
  8. Große Teile des bisherigen Geländes stehen unter Denkmalschutz und müssen denkmalgerecht saniert
    werden, um weiter nutzbar zu sein; es sei denn, der Denkmalschutz wird aufgehoben. In einer nicht
    unwahrscheinlichen Untergrund-Verseuchung liegen weitere erhebliche Kostenrisiken.
  9. Die Nachnutzung des Schauspiels in Bad Godesberg geht von falschen Voraussetzungen aus:
    Niemand in der freien Szene kann ein Haus übernehmen, das
    a. einen Sanierungsstau von mind. 52 Millionen Euro zuzgl. 19 % Mwst. hat.
    b. nur einen für die freie Szene mit 440 Plätzen viel zu großen Saal hat (benötigt und sinnvoll wären
    mehrere kleine Säle mit 60 – max. 200 Plätzen; Ein Umbau dafür wäre viel zu kompliziert und teuer,
    bzw. ist architektonisch nicht machbar).
    c. für seinen Betrieb angestelltes Fachpersonal, insbesondere hinsichtlich der Technik benötigt.
  10. Ein Verzicht auf einen attraktiven Spielbetrieb im Schauspielhaus Bad Godesberg ist für die Godesberger
    Innenstadt nicht zu verkraften.
  11. Für Interimsspielstätten können preisgünstige Lösungen gefunden werden: Mit der Perspektive einer
    überschaubaren Bauzeit wäre das Publikum sicher bereit (ähnlich wie bei BOB und Beethovenfest, die
    jahrelang auf ihren Konzertsaal verzichten mussten) zur kreativen Nutzung vieler vorhandener Spielorte.
    Eine Zeltlösung (siehe Koblenz) wäre dazu eine kostensparende Ergänzung.
Einladung für Dienstag 12. Mai 2026 15.00 Uhr in Bad Godesberg mit Anna Baumgart, Dr. Solveig Palm und Klaus Weise

Der Sanierungsbedarf der Bonner Bühnen ist seit Jahren bekannt. Nun hat eine Verwaltungsvorlage wegen einer Priorisierung des Standortes Beuel für Oper und Schauspiel eine lebhafte Diskussion entfacht. Es geht ja um nicht weniger als um die Frage, welches Kulturangebot die Beethoven- und Bundesstadt Bonn, die zugleich Sitz von Internationalen Einrichtungen, einer bedeutenden Universität und zweier DAX-Unternehmen ist, vorhalten kann und muss.

Diese Frage kann nicht nur in Fachgremien erörtert werden, sondern braucht die Meinungsbildung in der ganzen Breite der Stadtgesellschaft. Daran wollen wir uns mit dieser Veranstaltung beteiligen.

Wir werden darüber sprechen können mit Anna Baumgart, Sprecherin der CDU-Fraktion im Kulturausschuss, Dr. Solveig Palm. Vorsitzende Ludwig van B.undunserem früheren Generalintendanten Klaus Weise.

Dienstag, den 12. Mai, um 15.00 Uhr, im Haus der Offenen Tür, Dürenstr. 2 in 53173 Bad Godesberg

Melden Sie sich bitte bis zum 10. Mai an bei nikolaus.kircher@t-online.de

Die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet!

Mit besten Grüßen

Senioren-Union

-Stadtbezirksverband Bad Godesberg-

Nikolaus Kircher

-Vorsitzender-

Ubierstr. 9 53173 Bonn

Die „Sandbank der Zeit“ ist ein spannendes und eingängiges Lesebuch, führt ein in die osteuropäische Gedankenwelt, hilft, den Ukrainekonflikt zu verstehen, Empfehlenswert!

Das Buch ist im Wesentlichen eine Zusammenstellung von Reden und Aufsätzen, die Schlögel – Preisträger 2025 des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels – zwischen 2003 und 2025 gehalten oder veröffentlicht hat. Diese – überwiegend sehr aktuellen – Beiträge fügen sich wie ein Mosaik zu einem aktuellen Lagebild des strategischen Kräftemessens zwischen Russland und dem Westen bzw. Russland und Europa zusammen.

Schlögel, als Student ein bekennender 68er, ist eines von wenigen Beispielen dafür, dass man nach der ideologischen Verblendung der Jugend doch noch zu einem klaren Urteil kommen kann. Er liefert uns eine Fülle von Argumenten, die helfen, den schwelenden Konflikt richtig einzuschätzen und die notwendigen Lehren daraus zu ziehen. Er leistet tätige Reue, was man leider von vielen 68ern nicht sagen kann.

Als Historiker steht er teilweise im Konflikt mit seiner eigenen Wissenschaft, er wehrt sich dagegen, die (Gegenwarts-) Geschichte nur oder überwiegend aus dem Quellenstudium zu erforschen, vielmehr sieht er sich selbst als Chronist der Gegenwart. Zudem verfolgt er sein ganzes Leben lang die Strategie, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder zugänglichen Städte systematisch zu bereisen und zu beschreiben, was für ihn schon viel früher – vor dem Fall des Eisernen Vorhangs – mit einer Klassenfahrt von Lwiv über Kiew und Charkiev bis Moskau begann, sich über das Studium u.a. in Moskau an der Lomonossow-Universität fortsetzte und sich inzwischen über alle wesentlichen osteuropäischen Städte erstreckt.

Schlögel sieht die Aufgabe des Historikers als Chronist der Gegenwart, der mit den Augen des Fachmannes die Kategorisierung und Benennung der Ereignisse zeitnah vornimmt, um späteren Unklarheiten vorzubeugen, betont aber, dass auch die Arbeit am Werkstück in der Gegenwart nicht auf die Fundierung durch seriöse Quellen verzichten darf.

Mit der „Entdeckung“ der Ukraine, die lange aus westlicher Perspektive ein blinder Fleck war, werden die europäischen Koordinaten zurechtgerückt, die allzu sehr auf Russland reduziert und fixiert waren. Interessant auch die (Wieder-) Entdeckung der „Melancholie“ als eine historische Kategorie, die uns Erklärungsansätze liefern kann.

Schließlich liefert er im letzten Kapitel ein Psychogramm von Putin, welches in komprimierter Form zusammenfasst, was inzwischen allseits und umfänglich bekannt ist. Durch die Zeilen hindurch schimmert allerdings die Frage durch, wieso Politiker und Diplomaten, die mit ihm persönlich zu tun hatten, ihn nicht schon viel früher erkannt und durchschaut haben. Die „Sandbank der Zeit“ ist ein spannendes und eingängiges Lesebuch für den politisch interessierten Zeitzeugen, es führt ein in die osteuropäische Gedankenwelt und hilft, den Ukrainekonflikt zu verstehen. Kurzum: man kann es zur Lektüre empfehlen!  

Karl Schlögel, Auf der Sandbank der Zeit, Der Historiker als Chronist der Gegenwart, Hanser-Verlag, München, 1. Auflage, 2025, 167 Seiten plus 8 Seiten Anhang, ISBN 978-3-446-28691-7, 23,00 €

Freiheit.Macht.Handel – Sonderveröffentlichung der Ludwig-Erhard-Stiftung im November 2025 erschienen

Im Spannungsfeld der Zukunft

Die Zeiten sind unübersichtlicher geworden. Was einst klar schien, verschwindet. Der freie Handel galt als Garant für Wohlstand – inzwischen fürchten viele, er mache uns abhängig. Märkte sollen Wohlstand schaffen – jetzt wird sie als Bedrohung empfunden. Globalisierung versprach Fortschritt – inzwischen klingt das Wort nach Kontrollverlust.
Drei Begriffe stehen im Zentrum der Diskussion: Freiheit, Macht und Handel. Sie sind nicht nur Schlagworte, sondern markieren ein Spannungsfeld, in dem sich unsere Zukunft entscheidet. Wie viel wirtschaftliche Freiheit über Grenzen hinweg können wir uns leisten, ohne unsere politische Souveränität zu gefährden? Welche Macht brauchen wir, um in einer multipolaren Welt zu bestehen? Wie gestalten wir den Handel, dass er weiter Wohlstand für alle Länder schafft, welche Regeln brauchen wir? Und wie bestehen wir die Handelsrivalitäten, die den Markt aushebeln?
Diese Fragen sind nicht neu. Schon Ludwig Erhard rang mit dem Verhältnis von Freiheit und Verantwortung, von Markt und Staat. Seine Soziale Marktwirtschaft war der Versuch, wirtschaftliche Dynamik mit gesellschaftlicher Stabilität zu verbinden. Heute stehen wir vor Herausforderungen, die uns oft größer erscheinen als der Wiederaufbau eines durch Krieg zerstörten Deutschlands.
1953 veröffentlichte der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard ein Buch. „Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt“ begann mit den Worten: „Der Außenhandel bedeutet für uns mehr als bloße Ziffern. Er ist zugleich ein Zeugnis unserer Bereitschaft und Fähigkeit zu harmonischer Zusammenarbeit mit der ganzen Welt.“
Das war damals das Ziel – und es sollte auch heute sein. Allerdings, Geschichte wiederholt sich nicht, doch Muster sind erkennbar. Während die Koreakrise damals die Weltordnung erschütterte, hatte Deutschland ein sicherheitspolitisches Defizit, konnte aber gerade deshalb seine wirtschaftliche Stärke entfalten, weil es gefordert war, aktiv zum Weltfrieden beizutragen. Heute fordert der Ukraine-Krieg Europa. Anpassungsfähigkeit ist entscheidend – hin zu einer neuen Balance zwischen Offenheit und Sicherheit, zwischen Wettbewerb und Kooperation, zwischen dem Verfolgen nationaler Interessen und globaler Verantwortung.
Die Ludwig-Erhard-Stiftung hat Autoren mit großer Expertise und Erfahrungen gebeten, ganz unterschiedliche Aspekte des beschriebenen Spannungsfeldes zu beleuchten. Ich hoffe, die Lektüre gibt Ihnen neue Informationen, aber auch Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft, unsere freiheitliche Wirtschaftsordnung, die auch in Zukunft sowohl Wohlstand als auch die Sicherheit unseres Landes gewährleisten kann.

Sonderveröffentlichung Wohlstand für alle mit dem Titel „Freiheit. Macht. Handel.“

in der Holderstock Media GmbH, München

WfA-2025_E-Paper.pdfhttps://www.ludwig-erhard.de/wp-content/uploads/2025/10/WfA-2025_E-Paper.pdf

CDU-Ratsfraktion Bonn begrüßt den „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“

Mit dem von Ministerpräsident Hendrik Wüst vorgestellten „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ setzt die Landesregierung ein deutliches Zeichen für Zukunft, Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Über 31,2 Milliarden Euro werden in den kommenden zwölf Jahren in Bildung, Verkehr, Energie und öffentliche Einrichtungen investiert – 21,3 Milliarden Euro davon fließen direkt an die Kommunen, 166 Millionen nach Bonn.

Klarer Fokus auf Bildung, Mobilität und Klimaschutz
Die Schwerpunkte des NRW-Plans liegen in den Bereichen Bildung und Betreuung, Verkehr und Digitalisierung, Energieeffizienz und Klimaschutz sowie öffentliche Sicherheit. Damit setzt die Landesregierung genau dort an, wo der Investitionsbedarf auch bei uns am größten ist.

Bürokratieabbau und Vertrauen in die Kommunen
Ein zentrales Element des NRW-Plans ist der Abschied vom Flickenteppich aus Förderprogrammen und komplizierten Einzelanträgen. Stattdessen setzt das Land auf pauschale, verlässliche Mittelzuweisungen.

Für die CDU-Fraktion Bonn ist klar: Dieses Programm ist ein historischer Aufbruch für Nordrhein-Westfalen und eine große Chance für unsere Region.

Das ist ein starkes Signal aus Düsseldorf: Die Landesregierung stärkt die Städte und Gemeinden, ohne neue Bürokratie aufzubauen. Endlich können wir vor Ort langfristig planen und investieren – in Schulen, Straßen, Sportstätten und digitale Infrastruktur. Nordrhein-Westfalen investiert in seine Zukunft – und wir investieren mit. Das Programm zeigt, dass Land und Kommunen an einem Strang ziehen, um die Infrastruktur fit für kommende Generationen zu machen.

Besonders begrüßt die CDU-Fraktion, dass das Geld pauschal und ohne aufwendige Antragsverfahren bereitgestellt wird. Das ist ein echter Durchbruch beim Bürokratieabbau und unterstreicht das Vertrauen des Landes in die kommunale Selbstverwaltung.

Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass der kommunale Anteil an den Investitionsmitteln aus meiner Sicht noch stärker hätte ausfallen können.

Nordrhein-Westfalen investiert in seine Zukunft – und wir investieren mit. Das Programm zeigt, dass Land und Kommunen an einem Strang ziehen, um die Infrastruktur fit für kommende Generationen zu machen.

Fazit
Mit dem „NRW-Plan für gute Infrastruktur“ startet Nordrhein-Westfalen in eine neue Ära der kommunalen Investitionen. Verlässliche Finanzierung, weniger Bürokratie und klare Schwerpunkte machen das Programm zu einem echten Zukunftsprojekt.

Die CDU-Fraktion Bonn begrüßt diesen Schritt ausdrücklich – als Investition in unsere Heimat und in das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik.



Sechsspuriger Ausbau der Nordbrücke bleibt unverzichtbar für die Region

Sechsspuriger Ausbau der Nordbrücke bleibt unverzichtbar für die Region

Die Pläne in der Bundesstadt Bonn, sich gegen eine Erweiterung der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) zu positionieren, stoßen nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Rhein-Sieg-Kreis auf deutliche Kritik. Am 04. September 2025, zehn Tage von den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen, soll der Rat der Bundesstadt Bonn „die geplante Verbreiterung der A 565 mit zusätzlichen Fahrspuren ablehnen“. Das ist das erklärte Ziel der Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen). Dazu hat die Bonner Stadtverwaltung jetzt abrupt und ohne Absprache mit Interessenspartnerinnen und Interessenspartnern einen Beschlussvorschlag für den Stadtrat vorgelegt, der den in der Region verabredeten sechsspurigen Neubau der Brücke nunmehr ablehnt.

Die A 565 ist sowohl für den Rhein-Sieg-Kreis, als auch für die Stadt Bonn eine sehr wichtige Autobahnverbindung, deren Leistungsfähigkeit gesichert werden muss. Sie schafft nicht nur die Verbindung des Oberzentrums Bonn mit dem Mittelzentrum Meckenheim, sondern sie verbindet als einzige durchgehende Autobahnverbindung den links- und den rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises miteinander. Sie wird vor allem von zahlreichen Pendlerinnen und Pendlern genutzt, um den Arbeitsplatz und die weiteren persönlichen Ziele zu erreichen.

Die Friedrich-Ebert-Brücke wurde ursprünglich für 70.000 Pkw/Tag geplant und im Jahr 1967 fertiggestellt. Heute ist die Verkehrsbelastung auf mehr als 100.000 Fahrzeuge täglich angewachsen. Der Lkw-Verkehr hat erheblich zugenommen.

Das unerwartete und unabgestimmte Abrücken der Bonner Stadtverwaltung, das vor den Kommunalwahlen am 14. September 2025 nicht einmal eine sorgfältige Beratung in den Fachausschüssen erlaubt, ist nicht akzeptabel.

Die Region steht hier parteiübergreifend im Wort. Wir haben für den Ausbau der A 565 über die Parteigrenzen hinweg gekämpft und dafür andere Verkehrsprojekte zurückgestellt, die sogar eine erheblich bessere Nutzen-Kosten-Bewertung hatten. Teilprojekte stehen im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Es gibt keinen sachlichen Grund, diesen Konsens – im Bonner Stadtrat und im Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises – jetzt in Frage zu stellen.

Durch die Erweiterung der A 565 auf sechs Fahrstreifen, inklusive des Tausendfüßlers, wird die Leistungsfähigkeit der wichtigen Verkehrsverbindung erheblich gesteigert. Die vorhandenen und aktuell prognostizierten Verkehrsströme müssen möglichst schonend für Mensch und Umwelt geführt werden, mit einer Leichtigkeit des Verkehrs. Gerade Durchgangsverkehre sollten über die Autobahn verlaufen und nicht die Innenstadt belasten.

Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass bereits bei den Planungen für die neue Brücke prognostizierte Veränderungen beim individuellen Mobilitätsverhalten berücksichtigt worden sind. So war es inzwischen selbstverständlich, eine leistungsfähige Infrastruktur für Fahrradfahrer und Fußgänger ebenso zu berücksichtigen.

Die Verkehrssituation zählt insbesondere für die Menschen in der Region Bonn/Rhein-Sieg zu den wichtigsten Themen.  Die unbestrittenen Herausforderungen einer Mobilitätswende lassen sich allerdings nur gemeinsam lösen. Der Aufgabe, nachhaltige Alternativen zu entwickeln, Wege kurz und das Umsteigen leicht zu machen, müssen sich alle politisch Verantwortlichen mit Tempo stellen.

Dass der Rudersport Teamgeist und Verantwortungsbereitschaft fördert und stärkt, ist allgemein bekannt. Dass dies in selbstverwalteten Schülerrudervereinen ganz besonders gilt, liegt auf der Hand.

Dass der Rudersport Teamgeist und Verantwortungsbereitschaft fördert und stärkt, ist allgemein bekannt. Dass dies in selbstverwalteten Schülerrudervereinen ganz besonders gilt, liegt auf der Hand. Denn hier wird Verantwortung übernommen und Teamgeist gelebt ohne Eltern und Lehrer. Eben selbstverwaltet. Eine wunderbare Art, jungen Menschen Werte mit auf den Weg zu geben, so wie es in den Schülerrudervereinen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA) und des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) praktiziert wird.

Leider ist dieser kluge Ansatz bedroht, haben die Jugendlichen denn seit 2010 kein Bootshaus mehr, keine Anlaufstelle und keinen Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten. Die Ruderboote werden mit Unterstützung der Stadt Bonn im Moment im stillgelegten Viktoriabad gelagert. Ein unhaltbarer Zustand.

Aber es tut sich etwas. Mit Unterstützung der Stadt Bonn, die ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellt, ist der Bau eines neuen Bootshauses in der Beueler Rheinaue in Vorbereitung. Weltweit angesehene Architekten konnten für den Entwurf gewonnen werden. Für diesen Neubau wurden bereits über zweihunderttausend Euro gespendet. Aber weiterhin fehlt Geld.

Durch die Hilfe der Galerie Geißler-Bentler und des Kunstkabinetts Stefan Moll konnte Deutschlands bekanntester Streetart-Künstler Thomas Baumgärtel, bestens bekannt als „Bananensprayer“, gewonnen werden, ein ganz neues Motiv, eine von ihm handgesprayte „Ruderbanane“ auf Büttenpapier zu entwerfen. Durch den Verkauf dieser Kunstwerke und von Merchandising-Produkten wie Hoodies, T-Shirts, etc wird die Finanzierung des Bootshauses unterstützt. Der Reinerlös dieser Aktion fließt in die Finanzierung des Bootshauses.

Bei der Vorstellung und Auftakt-Veranstaltung dieses Benefiz-Projektes in der Aula des FEG bezeichnete die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner den Neubau des Bootshauses als „herausragendes Projekt für die Stadt Bonn“ und lobte die „fulminante“ Leistung der Initiative für den Neubau.

Mittlerweile konnte das Projekt in Anwesenheit des Künstlers und der Galeristin Jenny Geißler-Bentler auf dem Stand des Bonner Ruderverbandes auf der internationalen Ausstellung BOOT in Düsseldorf vorgestellt werden, eine „Ruderbanane“ hing im Frühjahr als Leihgabe im Museum Macke-Haus, Bonn, während der Ausstellung „DER RHEIN“. Zum bekannten Friedrichstraßenfest am 21. Juni 2025 wird es in der Galerie Geißler Bentler wiederum eine große Präsentation zu zum Thema Rudern und „Ruderbanane“ geben.

All dies lässt hoffen, dass es bald, eben auch mit Unterstützung der TOP-Magazin-Leser, ein neues Bootshaus für die Schülerinnen und Schüler geben wird. Prädikat: Pädagogisch wertvoll!

Handgesprayte Edition “Ruderbanane“ und Siebdruck „Ruderbanane“ gibt es in der Galerie Geißler-Bentler http://www.geissler-bentler.de

Merchandising-Produkte gibt es im Kunstkabinett Stefan Moll kunstkabinett-moll.de

Weitere Informationen: http://www.rudern-ema-feg.de

Dabei ist jetzt schon klar: da es vieler Kompromisse bedarf, darf keine*r keine*m anschließend vorwerfen, Versprechen gebrochen zu haben.

In Berlin bleibt es spannend: nachdem der ‚alte‘ Bundestag (und der Bundesrat) noch über Grundgesetzänderungen die finanziellen Grundlagen für die neue Bundesregierung geschaffen hat, beraten jetzt die neu gewählten Abgeordneten von Union und SPD über die Inhalte eines Koalitionsvertrages.

Dass die Zwischenergebnisse – schlimmer noch: die noch offenen Punkte – an die Medien ‚durchgestochen‘ wurden, ist eine zusätzliche Belastung. Hier werden Vertraulichkeit und Vertrauen aufs Spiel gesetzt, die gerade in dieser Phase unverzichtbar sind. Ich kann nur hoffen, dass beide Seiten trotzdem zusammenfinden.

Dabei ist jetzt schon klar: da es vieler Kompromisse bedarf, darf keine*r keine*m anschließend vorwerfen, Versprechen gebrochen zu haben. Die jeweils eigenen Reihen müssen anerkennen, dass mit den Wahlergebnissen eben kein „CDUpur“ oder „SPDpur“ möglich ist. Ohne Wählerschelte betreiben zu wollen: das Ergebnis spiegelt dann eben das Wahlergebnis wider.

Wir schauen auch von Düsseldorf nach Berlin, weil auch Länder und Kommunen berechtigte Erwartungen an die Bundespolitik haben. Als Landesregierung und CDU-Fraktion können wir in vielen Arbeitsgruppen sogar mitarbeiten. Aber auch wir sind nur ein Teil des Ganzen.

In Düsseldorf setzen wir unsere landespolitische Arbeit konsequent fort.

Aus dem Newsletter Nr. 98 vom 28. März 2025