Bürgerwillen respektieren – 74.955 Stimmen im Bürgerentscheid für den Erhalt des Melbbades
Die Verwaltung hat am Montag, den 29.6.2026 in einer Pressekonferenz ihre Pläne für die Bonner Schwimmbäder vorgestellt und dabei große Teile der Bonner Bevölkerung vor den Kopf gestoßen. Danach sollen das Melbbad, das Frankenbad und die Beueler Bütt geschlossen werden und man möchte sich zudem von den Freibädern in Plittersdorf und Friesdorf verabschieden. Als Mitglied des Melbbadvereins beziehe ich mich im Folgenden auf dieses Schwimmbad – bin in Gedanken aber auch bei den Ehrenamtlern der anderen betroffenen Bäder.
Der Plan der Stadtverwaltung, das Melbbad für immer zu schließen, ist in mehrfacher Hinsicht ein Skandal. Hier drei Aspekte:
– Bonn hat am 4. Juli 2019 den Klima-Notstand ausgerufen und damit bekräftigt, dass Klimaschutz im kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss. Die letzten zwei Hitzewochen sind aber offenbar an den klimatisierten Büros und Dienstwägen der Verwaltungsspitze vorbeigegangen. Ein öffentliches Freibad mit altem Baumbestand als kühle und grüne Oase mitten in der heißen Stadt zu schließen, ist verantwortungslos! Andere Städte suchen verzweifelt nach solchen Orten und die Bonner Verwaltung möchte einen solchen bestehenden Ort schließen.
– Die ständigen Verzögerungen in den Verwaltungsabläufen waren eine Zumutung für alle Ehrenamtler des Melbbadvereins und wurden erst 2024 durch den neuen SGB-Chef Rachid Jaghou aufgelöst. 2025 wurde ein externes Unternehmen mit der Planung beauftragt. Die Ergebnisse sollen im Oktober 2026 dem Rat vorgestellt werden, sodass 2029 endlich wieder geschwommen werden kann. (siehe –> https://pos4.de/sanierung-des-melbbads-in-bonn-pos4-architekten-als-generalplaner/)
– Das Vorgehen mit einer schnellen „Für-immer-Schließ-Info“ in einer Pressekonferenz kurz vor der Sommerpause zeugt von mangelhaftem Demokratieverständnis. Die Bonnerinnen und Bonner haben 2020 nicht zufällig mit über 77% und 75000 Stimmen für den Erhalt des Melbbades gestimmt und erwarten nach langer Wartezeit nun die oben beschriebene Umsetzung.
Möge der Stadtrat seine Kontrollfunktion wahrnehmen und die Verwaltungsspitze wieder zur Ordnung rufen!