für die Menschen in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und die Nachbarn an Rhein, Ahr und Erft

Zur Zukunft der Bonner Bühnen

Das Netzwerk Ludwig van B. e.V. hat einen Kommentar zu der „Konzeptstudie zu baulichen Varianten der Theaterliegenschaften“ der Stadt Bonn vom März 2026 verfasst:

Nicht berücksichtigte Argumente zu den Varianten A – E ZBB

Zum Standort der Oper
Zum Standort Werkstätten Beuel
Zum Standort Schauspiel Bad Godesberg

  1. Die Risiken einer Sanierung der bisherigen Oper müssen explizit und gründlich ermittelt werden. Falls die
    Nicht-Sanierbarkeit (in Bezug auf Zeit und Kosten) zutrifft, scheidet die Variante A (Erhalt der Oper) aus.
  2. Die Sichtbarkeit einer Oper für die Beethovenstadt Bonn ist von solch großer Tragweite,
    in ihrer städtebaulichen Bedeutung, ihrer nachhaltigen Langzeitwirkung und im Hinblick auf die
    überregional sichtbare Standort-Attraktivität für Wirtschaft, UN, Bundespolitik und Universität,
    dass sie nicht zuvörderst nach Kassenlage entschieden werden kann.
  3. Die Stadt verspricht: Für die Nachnutzung des dann freiwerdenden Grundstücks der Oper … eröffnet sich
    für Bonn die Perspektive an dieser Stelle sowohl eine Öffnung zum Rheinufer als auch eine neue
    hochwertige städtebauliche Komponente zu entwickeln.“
    Um zu verhindern, dass hier eine gefährliche Brennpunkt-Brache entsteht, müsste das im gleichen
    dringlichen Zeitfenster entschieden werden.
    Ganz abgesehen davon, dass es bisher keine Idee für eine „hochwertige städtebauliche Lösung“ gibt,
    dürfte diese einen zusätzlichen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen.
  4. Das Unsichtbar-Machen der Fertigbau-Oper hinter Backstein-Kulissen in einer Hinterhof-Situation ist ein
    Schritt zum Bedeutungsverlust für die Stadt. – Ein ohnehin schon unsichtbares Haus kann leichter (nach
    Kassenlage) dicht gemacht werden.
  5. Die Kosten der massiven notwendigen Infrastruktur-Veränderungen in Beuel (verkehrliche Erreichbarkeit
    und Standort-Attraktivität) sind in der bisherigen Kalkulation nicht einbezogen.
  6. Sobald Oper, Schauspiel, Pantheon (und vielleicht auch noch die Bühnen „Werkstatt“ und „Lampenlager“)
    am gleichen Abend spielen, was nicht zu verhindern sein wird, führen An- und Abfahrt von +/- 2000
    Besuchern zu heillosen Staus. Das vorgesehene Parkhaus (als einzige verbleibende Parkfläche) bietet für
    max. 200 PKWs Platz. Zudem ist dem Pantheon die PKW-Stellfläche vertraglich zugesagt.
  7. Für die Feuerwehrstation auf dem Gelände muss deshalb ein anderer Standort gefunden werden.
  8. Große Teile des bisherigen Geländes stehen unter Denkmalschutz und müssen denkmalgerecht saniert
    werden, um weiter nutzbar zu sein; es sei denn, der Denkmalschutz wird aufgehoben. In einer nicht
    unwahrscheinlichen Untergrund-Verseuchung liegen weitere erhebliche Kostenrisiken.
  9. Die Nachnutzung des Schauspiels in Bad Godesberg geht von falschen Voraussetzungen aus:
    Niemand in der freien Szene kann ein Haus übernehmen, das
    a. einen Sanierungsstau von mind. 52 Millionen Euro zuzgl. 19 % Mwst. hat.
    b. nur einen für die freie Szene mit 440 Plätzen viel zu großen Saal hat (benötigt und sinnvoll wären
    mehrere kleine Säle mit 60 – max. 200 Plätzen; Ein Umbau dafür wäre viel zu kompliziert und teuer,
    bzw. ist architektonisch nicht machbar).
    c. für seinen Betrieb angestelltes Fachpersonal, insbesondere hinsichtlich der Technik benötigt.
  10. Ein Verzicht auf einen attraktiven Spielbetrieb im Schauspielhaus Bad Godesberg ist für die Godesberger
    Innenstadt nicht zu verkraften.
  11. Für Interimsspielstätten können preisgünstige Lösungen gefunden werden: Mit der Perspektive einer
    überschaubaren Bauzeit wäre das Publikum sicher bereit (ähnlich wie bei BOB und Beethovenfest, die
    jahrelang auf ihren Konzertsaal verzichten mussten) zur kreativen Nutzung vieler vorhandener Spielorte.
    Eine Zeltlösung (siehe Koblenz) wäre dazu eine kostensparende Ergänzung.
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