- Klüger rechnen
- Mehr gestalten
- Standorte stärken
Ein neuer Ansatz für die Zukunft eines Beethoven-Musik-Theater-Forum im Herzen der Stadt
Alle Umfragen bestätigen: Als attraktive Beethovenstadt braucht Bonn ein blühendes Kulturleben.
Musik/Theater sind als historisch gewachsene künstlerische Großformen Vorbild für nachwachsende
Künstler-Generationen und dürfen nicht gegen sonstige Bildung/Soziales ausgespielt werden. In den
bestehenden Sparzwängen braucht die Kultur eine Gleichbehandlung mit anderen Lebensqualität-
Angeboten der Stadt. Verwaltung und Politik werden eingeladen, die Zukunft städtischer Bühnen im Sinne
eines spartenübergreifenden „Beethoven-Musik-Theater-Forums“ im Herzen der Stadt sowie die
Beibehaltung des Schauspiels in Bad Godesberg ins Auge zu fassen. Die dafür notwendigen Baukörper
sind unter Kosten- und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu gestalten.
Hierfür sollen die bisher vorliegenden Vorschläge wie folgt modifiziert werden:
- Klüger rechnen: Bei Berücksichtigung der Herrichtungs- und Nachnutzungskosten ist der Erhalt der
bisherigen Standorte für Oper und Schauspiel in Bonn die bei weitem preiswerteste Lösung. Die bisherige
„Oper“, die schon lange auch ein spartenübergreifendes Kulturzentrum ist, soll in all ihren intakten
ikonischen Teilen (Fundamente, ev. Erdgeschoss + weitere Geschosse, Wanddeko, Lampen etc.) erhalten
und im Übrigen in nachhaltiger Modulbauweise aufgebaut werden. Eine vorherige intensive
Bauuntersuchung vermeidet Überraschungen, was in jedem Fall am Ende des Prozesses Zeit und Geld
spart. Blindes Sanieren ohne gesicherte Feststellung der langfristigen Erhaltbarkeit des Baukörpers wäre
dagegen nur ein teures Begräbnis erster Klasse.
Als eine von vielen möglichen Interimsspielstätten soll zuvor das Schauspiel Bad Godesberg im
notwendigen (nicht maximalen) Umfang saniert werden.
Nach Prüfung vorhandener Spielstätten (von Schauspielhaus über Beethovenhalle, Telekom-Forum, Kino-
und Ratssälen, Sportstätten bis hin zu Open Air-Spielorten in der Rheinaue u.a.) kann auf einen neuen
Interims-Bau zur Not verzichtet werden. Aus der vorübergehenden Bespielung ungewohnter Orte als
„Musik/Theater to go“ entstehen möglicherweise neue Ideen für innovative Präsentationsformen.
Fazit: Durch die erheblichen Kosteneinsparungen gegenüber der Beuel-Variante (Kreditzinsen)
marginalisieren sich die durch dezentrale Standorte höheren Betriebsausgaben. Im Verzicht auf neu zu
errichtende Interimsbauwerke, im Einsatz noch verwertbarer Bausubstanz und unter Verwendung von
Modulen soll ein Signal für kosten- und ressourcensparendes Bauen gesetzt, gleichwohl nachhaltiges
werden. - Mehr gestalten: Als Beethovenstadt sind wir einem innovativen und integrativen Kulturbegriff
verpflichtet, der auf Exzellenz und Strahlkraft setzt, aber dabei unterschiedliche Kulturbedürfnisse
respektiert und kreative Freiräume für starke Partnerschaften zwischen institutioneller und freier Szene
ermöglicht. Schon längst ist die Oper ein vielseitiges Kulturzentrum geworden: Von insgesamt 263
Veranstaltungen der letzten Spielzeit im gesamten Gebäude (davon 145 im großen Saal) entfallen 66 auf
klassische und zeitgenössische Oper. Neben dieser gibt es ebenso gefeierte Musicals, hochkarätigen
internationalen Tanz, Kabarett, Jazz, Galas, Bürgerfeste, (soweit mit der weitaus größten Besucherzahl pro
Veranstaltung), Theater, Diskussionen, Lesungen, Backstage-Führungen sowie zahlreiche Angebote für
Kinder und Jugendliche. Damit ist das Bonner Musiktheater längst ein Haus für alle.Das Schauspielhaus hat sich als wichtiges kulturelles Zentrum für die Lebendigkeit der GodesbergerFußgängerzone bewährt und übertrifft mit seiner durchschnittlichen Besucherzahl von annähernd 400 Gästen pro Vorstellung in seinen ca. 80 Vorstellungen (von insges. ca. 130 Veranstaltungen im Haus) alle anderen Theater in Bonn, wäre also für die „freie Szene“ allein bei weitem überdimensioniert. Daher ist esdie preiswerteste und für Godesberg zugleich heilsamste Lösung, nur die erforderliche kleine Renovierung durchzuführen und die Kosten für einen Neubau komplett einzusparen. Diese vielfältigen und hochkarätigen Angebote sollen auch zukünftig nicht die Verwaltung, sondern starke Künstler-Persönlichkeiten und Intendanten zum Strahlen bringen. Gleichwohl kann und muss die Kooperation mit der freien Szene in beiden Häusern noch weiter ausgebaut werden. - Standort stärken: Das touristische Potenzial einer innovativen Festival-Stadt und die damit verbundene
Wertschöpfung soll durch das inhaltlich ambitionierte hochkarätige Programm stärker verfolgt
werden. Die Lebensqualität und wirtschaftliche Lebendigkeit der bestehenden Standorte darf nicht
geschwächt werden. Durch die Interimszeit mit einer „Oper to go“ wird für innovative Musik-Theater-
Formen Aufmerksamkeit in die ganze Stadt getragen. (siehe Vorbild: Beethoven Orchester auf Pützchens
Markt.)
Der Verbleib der Spielstätten am bisherigen Standort erspart Herrichtungs- und Nachnutzungskosten im
dreistelligen Millionenbereich, die man besser in die technische Zukunftsfähigkeit der künftigen
Spielstätten investiert.
Elisabeth Einecke-Klövekorn, (Vors. d. Theatergemeinde Bonn und der „Freunde des Schauspiels“)
Nikolaus Kircher (Vors. der CDU-Senioren-Union Bad Godesberg)
Julia Kluxen-Ayissi
Solveig Palm (Leiterin Netzwerk Ludwig van B., freie Musiktheater-Produzentin)
Sowie zahlreiche kulturinteressierte Bürgerinnen und Bürger