für die Menschen in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und die Nachbarn an Rhein, Ahr und Erft

Werner Preusker

Bürgerwillen respektieren – 74.955 Stimmen im Bürgerentscheid für den Erhalt des Melbbades

Bürgerwillen respektieren – 74.955 Stimmen im Bürgerentscheid für den Erhalt des Melbbades

Die Verwaltung hat am Montag, den 29.6.2026 in einer Pressekonferenz ihre Pläne für die Bonner Schwimmbäder vorgestellt und dabei große Teile der Bonner Bevölkerung vor den Kopf gestoßen. Danach sollen das Melbbad, das Frankenbad und die Beueler Bütt geschlossen werden und man möchte sich zudem von den Freibädern in Plittersdorf und Friesdorf verabschieden. Als Mitglied des Melbbadvereins beziehe ich mich im Folgenden auf dieses Schwimmbad – bin in Gedanken aber auch bei den Ehrenamtlern der anderen betroffenen Bäder.

Der Plan der Stadtverwaltung, das Melbbad für immer zu schließen, ist in mehrfacher Hinsicht ein Skandal. Hier drei Aspekte:

– Bonn hat am 4. Juli 2019 den Klima-Notstand ausgerufen und damit bekräftigt, dass Klimaschutz im kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss. Die letzten zwei Hitzewochen sind aber offenbar an den klimatisierten Büros und Dienstwägen der Verwaltungsspitze vorbeigegangen. Ein öffentliches Freibad mit altem Baumbestand als kühle und grüne Oase mitten in der heißen Stadt zu schließen, ist verantwortungslos! Andere Städte suchen verzweifelt nach solchen Orten und die Bonner Verwaltung möchte einen solchen bestehenden Ort schließen.

– Die ständigen Verzögerungen in den Verwaltungsabläufen waren eine Zumutung für alle Ehrenamtler des Melbbadvereins und wurden erst 2024 durch den neuen SGB-Chef Rachid Jaghou aufgelöst. 2025 wurde ein externes Unternehmen mit der Planung beauftragt. Die Ergebnisse sollen im Oktober 2026 dem Rat vorgestellt werden, sodass 2029 endlich wieder geschwommen werden kann. (siehe –> https://pos4.de/sanierung-des-melbbads-in-bonn-pos4-architekten-als-generalplaner/)

– Das Vorgehen mit einer schnellen „Für-immer-Schließ-Info“ in einer Pressekonferenz kurz vor der Sommerpause zeugt von mangelhaftem Demokratieverständnis. Die Bonnerinnen und Bonner haben 2020 nicht zufällig mit über 77% und 75000 Stimmen für den Erhalt des Melbbades gestimmt und erwarten nach langer Wartezeit nun die oben beschriebene Umsetzung.

Möge der Stadtrat seine Kontrollfunktion wahrnehmen und die Verwaltungsspitze wieder zur Ordnung rufen!

www.melbbad.net

Bonn verdient eine Kulturpolitik, die ehrlich ist: – über die Chancen, – über die Kosten – und mutig genug zu wirklicher Beteiligung.
  • Die Bonner Bühnenlandschaft prägt ganz wesentlich das Freizeitangebot unserer
    europäischen Bundesstadt. Zahlreiche Spielstätten, kleine Theater sowie das Beethovenorchester
    und die großen Bühnen sind Bestandteil unserer kulturellen Szene und Orte des gesellschaftlichen
    Dialogs unserer Stadtgesellschaft. Zur Vorlage der Stadtverwaltung über die Zukunft der Bonner
    Bühnen positioniert sich Volt, um mit Ratsparteien und Stadtgesellschaft in den Dialog zu treten.
  1. Kulturelles Leitbild 2040
    Bonn braucht eine gemeinsam erarbeitete Antwort auf die Frage: Welche Vision verfolgen wir als
    Kulturstadt in Europa für das Jahr 2040? Dieses Leitbild soll städtische Kulturinstitutionen und
    freie Szene, alle Stadtteile und alle Generationen einschließen – und die Grundlage für die
    weiteren Entscheidungen bilden. Volt fordert, dieses Leitbild innerhalb eines Jahres zu erarbeiten
    und die Entscheidungen zu baulichen Maßnahmen daran auszurichten. Gleichzeitig müssen
    vorbereitende Maßnahmen, die keine Vorentscheidung für eine der vorgelegten Varianten
    bedeuten, zügig vorangetrieben werden. Als Beispiel bietet sich der Prozess für die Erarbeitung
    einer umfassenden Kulturstrategie der Stadt Wien an.
  2. Bürgerinnenrat: Echtes Mandat, offener Ausgang Volt fordert einen Bürgerinnenrat mit klar definiertem Auftrag: Erarbeitung von Empfehlungen
    für ein Kulturelles Leitbild 2040. Wir lernen von Wien, dem ständigen Bürgerinnenrat in Aachen und dem Gesellschafts-Forum der Bundeskunsthalle in Bonn. Die Empfehlungen des Gremiums sollen zeitnah vorliegen. Um in den Dialog zur Methode Bürgerinnenrat zu treten, lädt Volt zu
    einer Info-Veranstaltung am 21.5., 18 Uhr, im The 9th ein. Als Referentinnen begrüßen wir Gereon Hermens (Mit-Initiator Bürgerinnenräte Aachen), Florian Wieczorek (Mehr Demokratie e.V.) sowie
    Birgit Tellmann und Mark Fonseca (Gesellschafts-Forums der Bundeskunsthalle).
  3. Keine der bisherigen Varianten überzeugt – Kriterien für die Auswahl einer (neuen) Lösung
    Volt bedankt sich ausdrücklich bei der Stabsstelle für die ausführliche Untersuchung. Dennoch
    kann Volt keiner der seitens der Verwaltung aktuell vorgelegten Varianten zustimmen; zumindest
    solange zentrale Fragen unbeantwortet sind. Volt fordert, dass zusätzliche Lösungen für die
    weitere Diskussion geprüft werden. Diese sollen aus Sicht von Volt folgende Kriterien erfüllen:
    ● Kulturelle Präsenz muss dauerhaft in der Innenstadt und in Bad Godesberg gesichert
    sein.
    ● Die Nachnutzung der freiwerdenden Liegenschaften muss vor dem Grundsatzbeschluss
    konzeptionell geklärt sein – nicht danach.
    ● Die Gesamtkosten müssen alle Standorte einschließen – auch Sanierung, Leerstand,
    Entwicklung der aufgegebenen Gebäude und prognostizierte Betriebskosten (-zuschüsse).
    Nur so kann verglichen und beurteilt werden.
    ● Die freie Szene erhält mehr Raum zur freien Entfaltung – durch bessere
    Rahmenbedingungen, gezielte Förderung und konkrete Kooperationsmöglichkeiten mit
    den städtischen Bühnen.
    ● Jede zukünftige Lösung muss einen konkreten Beitrag zur Entwicklung der Stadtteile
    und damit zur Belebung der Stadt und ihrer Bezirke leisten.
  4. Ehrliche Kostendebatte
    Die Kostenfrage ist noch nicht gelöst – und Volt spricht das offen an. Die Haushaltslage der Stadt
    Bonn muss bei allen Entscheidungen zur Zukunft der Bonner Bühnen eine zentrale Rolle spielen.
    Glaubwürdige Bürger*innenbeteiligung und haushaltspolitische Verantwortung schließen sich
    nicht aus – sie gehören zusammen.
    Bonn verdient eine Kulturpolitik, die ehrlich ist: ehrlich über die Chancen, ehrlich über die
    Kosten – und mutig genug, die Bürgerinnen und Bürger wirklich zu beteiligen.
    Dafür steht Volt.
Wer über Ausgaben für Kultur spricht, muss auch über Einnahmen reden. Da ist der Blick über den Tellerrand z. B. Richtung Salzburg hilfreich. 

Wer über die Ausgaben für die Kultur spricht, muss auch über die Erhöhung der Einnahmen reden. Und da ist der Blick über den Tellerrand z. B. Richtung Salzburg hilfreich. 

Bonns Rheingold, das geborgen werden will, heißt Beethoven: künstlerisch, pekuniär und als Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt und ein internationales Publikum. Dies zu erreichen, dazu bedarf es eines Beethoven Festes mit Konzerten, zwei Opern- und Schauspielpremieren mit internationalen Gästen und der thematischen Einbindung des Beethoven Haus’, der Bonner Museen, des Haus’ der Geschichte, der Uni, des UKB  … 

Es muss ein Programm angeboten werden, das es nur in Bonn zu erleben gibt. 

Und es muss eine Festival-Atmosphäre in der Stadt inszeniert werden. 

Dies soll, dies muss Ziel sein für Bonn als Beethoven Stadt.

Beispiel Salzburger Festspiele

Gegründet 22.August 1920 von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauß

Anspruch:

Außergewöhnliche künstlerische Ereignisse auf höchstem Niveau mit

internationalen Stars: Dirigenten, Sängerinnen, Schauspielern, Regisseuren, Bühnenbildnern

und Kostümbildnerinnen

Budget: ca. 50 Mio. Euro

In 6 Wochen ca. 200 Vorstellungen in 15 Spielstätten:

Oper, Konzert, Schauspiel, Jedermann

Gäste:

Salzburg 250.000 zahlende Gäste (ohne Ehren- und Pressekarten)

plus ca. 50.000 Open Air Übertragung von Siemens gesponsert

im Vergleich:

  • Beethoven Fest Bonn: 25.000 – 30.000 Gäste, vermutlich mit Frei-,

Presse- und Gebührenkarten

  • Bachfest Leipzig 75.000 Gäste in 10 Tagen
  • Bayreuther Festspiele ca. 56.000 Gäste bei 98 % Auslastung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • 250 ganzjährlich
  • Totale Beschäftigung: in Salzburg 2.600
  • in Österreich ca. 3.000

Festspiele erwirtschaften jährlich:

  • € 200 Mio. für Stadt und Land,
  • € 250 Mio. für Österreich

Finanzierung

  • 70 bis 75% vom Budget durch Kartenverkauf, Sponsoren, Übertragungsrechte
  • Von verbleibenden 30 bis 25% übernimmt
    • der Bund 40%,
    • Stadt, Land und Tourismusfonds je 20%

Es profitieren:

  • 180 Hotels
  • 800 gastronomische Betrieb

Publikum

  • 250.000 aus 80 Ländern, davon 40 außereuropäisch
  • Gäste bleiben durchschnittlich 5-6 Tage
  • Die Hälfte der Übernachtungen in 4-5 Sterne Hotels,
  • Tagesausgaben/Gast € 400
  • Tickets € 500
  • Fast dreiviertel der Gäste kommen bereits zum 6.Mal
  • 4 von 10 Besuchern kommen 20mal und öfter

Motto:

Beethoven und Schiller „Alle Menschen werden Brüder“

Welches Motto, welche Musik könnte zeitgemäßer sein?

Ein großes Narrativ aus Bonn für Bonn,

für Deutschland, für Europa und die Menschheit

KEIN RÜCKZUG DER KULTUR – SONDERN EIN MUTIGER AUFBRUCH FÜR UNSERE WUNDERSCHÖNE BEETHOVENSTADT BONN – GERADE JETZT!

KEIN RÜCKZUG DER KULTUR – SONDERN EIN MUTIGER AUFBRUCH FÜR UNSERE
WUNDERSCHÖNE BEETHOVENSTADT BONN – GERADE JETZT!

Angesichts der kulturpolitischen Diskussion, die in Bonn derzeit stattfindet, und der
unbestreitbar notwendigen Sparmaßnahmen braucht es jetzt mehr denn je faire, transparente
und gemeinsam getragene Lösungen – mutig im Denken, kreativ im Handeln und kooperativ im
Miteinander. Nur so entstehen Glaubwürdigkeit und die Kraft unserer Bonner Bürgerinnen und
Bürger, Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Bonn ist ein außergewöhnlicher Kulturstandort mit einem weltweiten Alleinstellungsmerkmal,
um das uns viele Städte beneiden: Beethoven! Das musikalische Erbe Ludwig van Beethovens
verleiht unserer Stadt internationale Strahlkraft und kulturelle Identität. Doch Beethoven darf
nicht bloße historische Kulisse bleiben. Dieses Juwel muss gerade jetzt noch mutiger, lebendiger
und gemeinschaftlicher gedacht werden – durch die enge Verbindung von Musik, Theater,
Museen, Musikschule, freier Szene und Popkultur sowie durch großartige Formate wie den
KUNST!RASEN. Die Marke Beethoven ist kein Denkmal der Vergangenheit, sondern ein
kultureller Schatz und ein immerwährender, klarer Zukunftsauftrag für unser Bonn!
Hinzu kommen die einzigartige Lage unserer Stadt am Rhein, am Siebengebirge sowie die
besondere Verbindung von Kultur, Geschichte und Natur, die Bonn unverwechselbar machen.
Der Kulturstandort Bonn darf deshalb nicht geschwächt oder kleingedacht werden – er muss
noch stärker belebt, sichtbarer gemacht und international selbstbewusst in Szene gesetzt
werden! Kultur kann und muss auch ein Wirtschaftsfaktor sein.

Zugleich ist Bonn weit mehr als eine Kulturstadt: Bonn ist ein zentraler Ort deutscher
Demokratiegeschichte. Als ehemalige Bundeshauptstadt wurde hier Demokratie gestaltet,
gelebt und gefestigt. Bonn steht bis heute für Dialog, internationale Zusammenarbeit und
demokratische Verantwortung. Diese politische und historische Bedeutung prägt unsere Stadt
ebenso wie ihre kulturelle Vielfalt und Offenheit.

Gerade diese einzigartige Verbindung aus Kultur, Demokratie, Geschichte und Lebensqualität
macht Bonn absolut einzigartig! Deshalb dürfen wir unsere kulturelle Orte niemals nur als
Kostenfaktor betrachten. Sie sind öffentliche Räume für Bildung, Begegnung, gesellschaftlichen
Austausch und demokratischen Diskurs. Sie stiften Identität, schaffen Zusammenhalt und
verleihen Bonn seine Seele!

Das Schauspielhaus in Bad Godesberg ist dafür ein herausragendes Beispiel. Seit über sieben
Jahrzehnten ist es weit mehr als ein Theater: Kulturort, Bildungsraum, sozialer Treffpunkt und
demokratischer Erfahrungsraum – mitten im Herzen eines Stadtbezirks. Genau dort muss Kultur
stattfinden: sichtbar, erreichbar und lebendig in den Zentren unserer Stadtteile, nah an den
Menschen und offen für alle Generationen. Das Schauspielhaus stärkt zudem Gastronomie,
Einzelhandel und Hotellerie im Stadtbezirk und ist damit ein bedeutender wirtschaftlicher
Standortfaktor. Sein Verlust wäre nicht nur ein kultureller Einschnitt, sondern ein schwerer
Schlag für die Entwicklung des gesamten Stadtbezirks und letztlich für Bonn insgesamt.
Gleiches gilt für die Oper in der Bonner Innenstadt – als einzigartiger, identitätsstiftender
Kulturstandort in atemberaubender, exklusiver Lage direkt am Rhein.

Kurzum: Bonn braucht eine starke dezentrale Kulturstruktur, die wir feiern! Eine Zentralisierung
kultureller Infrastruktur schwächt unsere Stadtbezirke, erschwert gesellschaftliche Teilhabe und
gefährdet enorm die urbane Vielfalt unserer Kulturlandschaft. Kultur muss polyzentrisch
gedacht werden: als lebendige Erfahrungsräume in allen Stadtteilen – nicht als exklusive Inseln
mit langen Wegen oder in einer abgeschiedenen, unattraktiver Umgebung.
GERADE JETZT!

In schwierigen Zeiten entscheidet sich, welche Werte eine Stadt wirklich trägt! Kultur ist keine
Nebensache und kein Luxus, sondern ein entscheidender Teil der kommunalen
Daseinsvorsorge. Sie schafft Bildung, Integration, Teilhabe und demokratische Räume. Wer
Kultur ausschließlich fiskalisch bewertet, verkennt absolut ihren gesellschaftlichen Auftrag und
ihren unschätzbaren Wert für das Miteinander.

Deshalb braucht es GERADE JETZT keine Rückzugsdebatten und kein bloßes Verwalten des
Mangels, sondern Mut, Leidenschaft und echte Zukunftsentscheidungen für unsere kulturellen
Orte in allen Stadtteilen Bonns! Wenn bestehende Modelle an ihre Grenzen stoßen, müssen wir
bereit sein, neue Wege zu gehen – mit flexiblen Nutzungskonzepten, starken Kooperationen
zwischen Kultur, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft sowie innovativen Formen kultureller
Nutzung und Finanzierung.

Die kulturpolitische Zukunft Bonns entscheidet sich jetzt daran, ob wir den Mut haben, kulturelle
Orte in den Herzen unserer Stadtbezirke nicht nur zu renovieren, sondern sie kraftvoll
weiterzuentwickeln, zu öffnen und kreativ zu stärken!

Anna Sophia Baumgart

Theaterregisseurin, Stadtverordnete, Vorsitzende des Rüngsdorfer KulturBad e.V. und

künstlerische Leitung des KulturFestival Bad Godesberg

Das Netzwerk Ludwig van B. e.V. hat einen Kommentar zu der Konzeptstudie zu den Theaterliegenschaften der Stadt Bonn vom März 2026 verfasst.

Das Netzwerk Ludwig van B. e.V. hat einen Kommentar zu der „Konzeptstudie zu baulichen Varianten der Theaterliegenschaften“ der Stadt Bonn vom März 2026 verfasst:

Nicht berücksichtigte Argumente zu den Varianten A – E ZBB

Zum Standort der Oper
Zum Standort Werkstätten Beuel
Zum Standort Schauspiel Bad Godesberg

  1. Die Risiken einer Sanierung der bisherigen Oper müssen explizit und gründlich ermittelt werden. Falls die
    Nicht-Sanierbarkeit (in Bezug auf Zeit und Kosten) zutrifft, scheidet die Variante A (Erhalt der Oper) aus.
  2. Die Sichtbarkeit einer Oper für die Beethovenstadt Bonn ist von solch großer Tragweite,
    in ihrer städtebaulichen Bedeutung, ihrer nachhaltigen Langzeitwirkung und im Hinblick auf die
    überregional sichtbare Standort-Attraktivität für Wirtschaft, UN, Bundespolitik und Universität,
    dass sie nicht zuvörderst nach Kassenlage entschieden werden kann.
  3. Die Stadt verspricht: Für die Nachnutzung des dann freiwerdenden Grundstücks der Oper … eröffnet sich
    für Bonn die Perspektive an dieser Stelle sowohl eine Öffnung zum Rheinufer als auch eine neue
    hochwertige städtebauliche Komponente zu entwickeln.“
    Um zu verhindern, dass hier eine gefährliche Brennpunkt-Brache entsteht, müsste das im gleichen
    dringlichen Zeitfenster entschieden werden.
    Ganz abgesehen davon, dass es bisher keine Idee für eine „hochwertige städtebauliche Lösung“ gibt,
    dürfte diese einen zusätzlichen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen.
  4. Das Unsichtbar-Machen der Fertigbau-Oper hinter Backstein-Kulissen in einer Hinterhof-Situation ist ein
    Schritt zum Bedeutungsverlust für die Stadt. – Ein ohnehin schon unsichtbares Haus kann leichter (nach
    Kassenlage) dicht gemacht werden.
  5. Die Kosten der massiven notwendigen Infrastruktur-Veränderungen in Beuel (verkehrliche Erreichbarkeit
    und Standort-Attraktivität) sind in der bisherigen Kalkulation nicht einbezogen.
  6. Sobald Oper, Schauspiel, Pantheon (und vielleicht auch noch die Bühnen „Werkstatt“ und „Lampenlager“)
    am gleichen Abend spielen, was nicht zu verhindern sein wird, führen An- und Abfahrt von +/- 2000
    Besuchern zu heillosen Staus. Das vorgesehene Parkhaus (als einzige verbleibende Parkfläche) bietet für
    max. 200 PKWs Platz. Zudem ist dem Pantheon die PKW-Stellfläche vertraglich zugesagt.
  7. Für die Feuerwehrstation auf dem Gelände muss deshalb ein anderer Standort gefunden werden.
  8. Große Teile des bisherigen Geländes stehen unter Denkmalschutz und müssen denkmalgerecht saniert
    werden, um weiter nutzbar zu sein; es sei denn, der Denkmalschutz wird aufgehoben. In einer nicht
    unwahrscheinlichen Untergrund-Verseuchung liegen weitere erhebliche Kostenrisiken.
  9. Die Nachnutzung des Schauspiels in Bad Godesberg geht von falschen Voraussetzungen aus:
    Niemand in der freien Szene kann ein Haus übernehmen, das
    a. einen Sanierungsstau von mind. 52 Millionen Euro zuzgl. 19 % Mwst. hat.
    b. nur einen für die freie Szene mit 440 Plätzen viel zu großen Saal hat (benötigt und sinnvoll wären
    mehrere kleine Säle mit 60 – max. 200 Plätzen; Ein Umbau dafür wäre viel zu kompliziert und teuer,
    bzw. ist architektonisch nicht machbar).
    c. für seinen Betrieb angestelltes Fachpersonal, insbesondere hinsichtlich der Technik benötigt.
  10. Ein Verzicht auf einen attraktiven Spielbetrieb im Schauspielhaus Bad Godesberg ist für die Godesberger
    Innenstadt nicht zu verkraften.
  11. Für Interimsspielstätten können preisgünstige Lösungen gefunden werden: Mit der Perspektive einer
    überschaubaren Bauzeit wäre das Publikum sicher bereit (ähnlich wie bei BOB und Beethovenfest, die
    jahrelang auf ihren Konzertsaal verzichten mussten) zur kreativen Nutzung vieler vorhandener Spielorte.
    Eine Zeltlösung (siehe Koblenz) wäre dazu eine kostensparende Ergänzung.
Einladung für Dienstag 12. Mai 2026 15.00 Uhr in Bad Godesberg mit Anna Baumgart, Dr. Solveig Palm und Klaus Weise

Der Sanierungsbedarf der Bonner Bühnen ist seit Jahren bekannt. Nun hat eine Verwaltungsvorlage wegen einer Priorisierung des Standortes Beuel für Oper und Schauspiel eine lebhafte Diskussion entfacht. Es geht ja um nicht weniger als um die Frage, welches Kulturangebot die Beethoven- und Bundesstadt Bonn, die zugleich Sitz von Internationalen Einrichtungen, einer bedeutenden Universität und zweier DAX-Unternehmen ist, vorhalten kann und muss.

Diese Frage kann nicht nur in Fachgremien erörtert werden, sondern braucht die Meinungsbildung in der ganzen Breite der Stadtgesellschaft. Daran wollen wir uns mit dieser Veranstaltung beteiligen.

Wir werden darüber sprechen können mit Anna Baumgart, Sprecherin der CDU-Fraktion im Kulturausschuss, Dr. Solveig Palm. Vorsitzende Ludwig van B.undunserem früheren Generalintendanten Klaus Weise.

Dienstag, den 12. Mai, um 15.00 Uhr, im Haus der Offenen Tür, Dürenstr. 2 in 53173 Bad Godesberg

Melden Sie sich bitte bis zum 10. Mai an bei nikolaus.kircher@t-online.de

Die Reihenfolge der Anmeldungen entscheidet!

Mit besten Grüßen

Senioren-Union

-Stadtbezirksverband Bad Godesberg-

Nikolaus Kircher

-Vorsitzender-

Ubierstr. 9 53173 Bonn

Einladung zum Benefizkonzert mit dem Deutschen Rotary Orchester am Sonntag, 03.05.2026 | 11:00

Das Rotary-Orchester Deutschland kommt am 3. Mai 2026 nach Bonn. Seit nunmehr 30 Jahren pflegen rund 80 Rotarier in diesem Orchester ihr musikalisches Hobby. Sie treffen sich meistens dreimal im Jahr, um Konzerte zu spielen. Das Repertoire umfasst neben zahlreichen Instrumentalkonzerten, insbesondere große sinfonische Werke der Klassik und Romantik. Regelmäßig ermöglicht das Rotary-Orchester Deutschland erfolgreichen jungen Künstlern, sich im Rahmen seiner Konzerte solistisch zu präsentieren. Die meisten Orchestermitglieder gehen Berufen nach, die nichts mit Musik zu tun haben. Das beachtliche Niveau der Konzerte wird immer wieder gelobt. Das Orchester spielt ausschließlich für wohltätige Zwecke. Das Rotary-Orchester hat in den 30 Jahren seines Bestehens in über 100 Konzerten mehr als eine Million Euro für soziale Projekte eingespielt. Das Orchester spielt im 75. Jahr von Rotary in Bonn.

Das Konzert findet statt in der Telekom-Zentrale Friedrich-Ebert-Allee 140 in Bonn.

Die Karten zum Preis von 33€ können über den QR Code auf dem Plakat oder direkt bei bonnticket.de bestellt werden

Einladender Club: RC Bonn und der RC Bonn-Süd/Bad Godesberg aus Anlass von 75 Jahren Rotary und 30 Jahre Rotary Orchester

Spendenzweck: Musikzweig des Tannenbusch-Gymnasiums (Finanzierung der Anschaffung von Instrumenten und von Instrumentalunterricht)

Spendenerlös: wird nach dem Konzert bekanntgegeben

Konzertprogramm:

Es spielt das Sinfonieorchester unter Leitung von Dirigent Pietro Sarno

Giuseppe Verdi

Ouvertüre zur Oper „La forta del destino“

Alexander Arutjunjan

Trompetenkonzert

Solist: Florian Chamot (Trompete)

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 5, c-moll

Einladung für Freitag 17. April 2026 18.00 Uhr im FEG

Liebe Bonnerinnen und Bonner,

unter dem Motto „Musik bewegt“ lade ich Euch und Sie herzlich zu einem besonderen Kammerkonzert am Friedrich-Ebert-Gymnasium Bonn ein.

Das Konzert findet am Freitag, dem 17. April 2026, um 18:00 Uhr im Pädagogischen Zentrum (PZ) statt. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm mit Kammermusik für Violoncello, Klavier, Violine und Gesang.

Es musizieren:
Christian Thiesen, Anouk Vidrih-Kaufman und Yannick Vidrih-Kaufman.

Auch ich werde ein Stück spielen. Als besonderer Gast wirkt Artur Chermonov, Konzertmeister des Beethoven Orchester Bonn, mit.

Der Eintritt ist frei. Im Rahmen des Konzerts werden Spenden für das Bootshaus des SRC gesammelt.

Damit die Getränke und Fingerfood besser geplant werden können, wird um eine kurze Anmeldung unter dem folgenden Link gebeten:
https://konzert.feg-bonn.de

Ich würde mich im Namen aller Interpretinnen und Interpreten sehr freuen, Euch und Sie an diesem Abend begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Euch und Ihnen einen musikalischen Abend zu erleben.

Herzliche Grüße
Michael Barth

Die „Sandbank der Zeit“ ist ein spannendes und eingängiges Lesebuch, führt ein in die osteuropäische Gedankenwelt, hilft, den Ukrainekonflikt zu verstehen, Empfehlenswert!

Das Buch ist im Wesentlichen eine Zusammenstellung von Reden und Aufsätzen, die Schlögel – Preisträger 2025 des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels – zwischen 2003 und 2025 gehalten oder veröffentlicht hat. Diese – überwiegend sehr aktuellen – Beiträge fügen sich wie ein Mosaik zu einem aktuellen Lagebild des strategischen Kräftemessens zwischen Russland und dem Westen bzw. Russland und Europa zusammen.

Schlögel, als Student ein bekennender 68er, ist eines von wenigen Beispielen dafür, dass man nach der ideologischen Verblendung der Jugend doch noch zu einem klaren Urteil kommen kann. Er liefert uns eine Fülle von Argumenten, die helfen, den schwelenden Konflikt richtig einzuschätzen und die notwendigen Lehren daraus zu ziehen. Er leistet tätige Reue, was man leider von vielen 68ern nicht sagen kann.

Als Historiker steht er teilweise im Konflikt mit seiner eigenen Wissenschaft, er wehrt sich dagegen, die (Gegenwarts-) Geschichte nur oder überwiegend aus dem Quellenstudium zu erforschen, vielmehr sieht er sich selbst als Chronist der Gegenwart. Zudem verfolgt er sein ganzes Leben lang die Strategie, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder zugänglichen Städte systematisch zu bereisen und zu beschreiben, was für ihn schon viel früher – vor dem Fall des Eisernen Vorhangs – mit einer Klassenfahrt von Lwiv über Kiew und Charkiev bis Moskau begann, sich über das Studium u.a. in Moskau an der Lomonossow-Universität fortsetzte und sich inzwischen über alle wesentlichen osteuropäischen Städte erstreckt.

Schlögel sieht die Aufgabe des Historikers als Chronist der Gegenwart, der mit den Augen des Fachmannes die Kategorisierung und Benennung der Ereignisse zeitnah vornimmt, um späteren Unklarheiten vorzubeugen, betont aber, dass auch die Arbeit am Werkstück in der Gegenwart nicht auf die Fundierung durch seriöse Quellen verzichten darf.

Mit der „Entdeckung“ der Ukraine, die lange aus westlicher Perspektive ein blinder Fleck war, werden die europäischen Koordinaten zurechtgerückt, die allzu sehr auf Russland reduziert und fixiert waren. Interessant auch die (Wieder-) Entdeckung der „Melancholie“ als eine historische Kategorie, die uns Erklärungsansätze liefern kann.

Schließlich liefert er im letzten Kapitel ein Psychogramm von Putin, welches in komprimierter Form zusammenfasst, was inzwischen allseits und umfänglich bekannt ist. Durch die Zeilen hindurch schimmert allerdings die Frage durch, wieso Politiker und Diplomaten, die mit ihm persönlich zu tun hatten, ihn nicht schon viel früher erkannt und durchschaut haben. Die „Sandbank der Zeit“ ist ein spannendes und eingängiges Lesebuch für den politisch interessierten Zeitzeugen, es führt ein in die osteuropäische Gedankenwelt und hilft, den Ukrainekonflikt zu verstehen. Kurzum: man kann es zur Lektüre empfehlen!  

Karl Schlögel, Auf der Sandbank der Zeit, Der Historiker als Chronist der Gegenwart, Hanser-Verlag, München, 1. Auflage, 2025, 167 Seiten plus 8 Seiten Anhang, ISBN 978-3-446-28691-7, 23,00 €

Samstag 14. Februar 2026 14.11 Uhr

Samstag 14. Februar 2026 14.11 Uhr